Antrag und Vorgaben


1. Was muss ein Schulträger bei der Gründung einer Ganztagsschule beachten?

Der Schulträger beantragt im Einvernehmen mit der Schule beim Ministerium für Schule und Berufsbildung die Einrichtung einer Offenen Ganztagsschule. Dazu werden folgende Unterlagen benötigt:

  • eine pädagogische Konzeption, die auf Dauer angelegt ist und Bestandteil des Schulprogramms wird,
  • die Zustimmung der Schulkonferenz sowie das Einvernehmen mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe zu der Konzeption (dies kann noch im Laufe des Genehmigungsverfahrens nachgewiesen werden) sowie
  • eine Stellungnahme der zuständigen Schulaufsicht.


Die Richtlinie finden Sie hier. Alle wichtigen Antragsformulare finden Sie hier.

2. Wie werden wir Offene Ganztagsschule?

Um eine Ganztagsschule zu werden, bedarf es der Genehmigung durch das Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig–Holstein. Ein Antrag gemäß der aktuellen Richtlinie muss die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Antrag des Schulträgers
  • Pädagogisches Konzept für die Offene Ganztagsschule
  • Beschluss der Schulkonferenz zum Konzept
  • Befürwortende Stellungnahme der Schulaufsicht und des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe
  • Zeitumfang des Ganztagsangebots von mindestens 3 Wochentagen mit mindestens 7 Zeitstunden
  • Bereitstellung eines warmen Mittagessens
  • Freiwillige Teilnahme an Angeboten, nach Anmeldung für ein Schulhalbjahr verbindlich
     

3. Was beinhaltet das pädagogische Konzept einer Ganztagsschule?

Kooperationspartner/innen sind Teil des Schulprogramms bzw. Schulprofils. Es hat sich bewährt, in das Konzept Aussagen zu den folgenden Punkten aufzunehmen:

  • pädagogische Grundsätze und Ziele,
  • inhaltliche Gestaltung der Angebote:
    • hinsichtlich individueller Förderung
    • Betreuung und Hilfe bei den Hausaufgaben
    • musisch-künstlerischer Bildung und Erziehung zu Bewegung, Spiel und Sport und
    • zur Berufsorientierung
  • Gestaltung des Mittagstisches
  • zeitliche Gestaltung der Ganztagsangebote,
  • Kooperationspartner, Trägerschaft
  • Einbeziehung schulischer Gremien und Steuergruppen,
  • Raumnutzung,
  • schulinterne Evaluation und
  • Unterstützungs- und Fortbildungsplanung.

Die Richtlinie und Antragsformulare finden Sie unter im Bildungsportal Schleswig-Holstein.


Literaturhinweis:
DKJS-Themenheft 10: Mitwirkung. Ganztagsschulentwicklung als partizipatives Projekt.
(Bestellung über Publikationsliste)
 

4. In welchem Umfang werden den Schulen Lehrerstunden für die Offene Ganztagsschule zur Verfügung gestellt?

Die Schulen erhalten für die Organisation des Ganztagsschulbetriebes zwei Lehrer/innenwochenstunden.

5. Wer kann der Träger eines Ganztagsangebotes sein?

Träger des Ganztagsangebotes können Schulträger und andere Träger wie freie und öffentliche Träger der Jugendhilfe, Eltern- und Schulvereine sowie sonstige Maßnahmen- und Projektträger in Schleswig-Holstein sein, die geeignet sind, den Zuwendungszweck der geltenden Richtlinie zu erfüllen.
(siehe Richtline Ganztag und Betreuung im Bildungsportal Schleswig-Holstein.

6. Welche Rolle hat die Schulleitung in der Ganztagsschule?

Die Schulleiterin oder der Schulleiter ist gegenüber den Personen, die im Rahmen des Ganztagsangebotes beschäftigt sind, im Sinne der fachlichen Gesamtverantwortung weisungsberechtigt. Der Umfang des Weisungsrechts wird beeinflusst durch die Trägerschaft und die Ausgestaltung von Verträgen mit dem externen Personal.

Kooperieren mehrere Schulen im Rahmen der Offenen Ganztagsschule, so haben die Beteiligten eine verantwortliche Schulleitung zu benennen.
(Siehe dazu die aktuelle Richtlinie Ganztag und Betreuung und die Handreichung zur Gestaltung von Verträgen an Ganztagsschulen.
 

7. Können Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme an Kursen am Nachmittag verpflichtet werden?

Offene Ganztagsschulen bieten ergänzend zum planmäßigen Unterricht weitere schulische Veranstaltungen, für die sich Schülerinnen und Schüler freiwillig zur verbindlichen Teilnahme für mindestens ein Schulhalbjahr anmelden können. Darüber hinaus kann die Schule die Teilnahme an bestimmten schulischen Veranstaltungen im Rahmen des Ganztagsangebotes für einzelne Schülerinnen und Schüler für verbindlich erklären (§ 6 Abs. 2 SchulG 2007). Diese sind dann für die Eltern der Schülerinnen und Schüler kostenfrei anzubieten.