Qualität


1. Was ist eigentlich eine Ganztagsschule?

In Schleswig-Holstein gibt es Offene und gebundene Ganztagsschulen.
Die Teilnahme an der "Offenen Ganztagsschule" ist freiwillig. Die Anmeldung einer Schülerin oder eines Schülers für die Angebote ist in der Regel für die Dauer eines Schulhalbjahres verbindlich. Die Offene Ganztagsschule zeichnet sich durch schulische Veranstaltungen, die ergänzend zum planmäßigen Unterricht angeboten werden, sowie das Prinzip der freiwilligen Teilnahme aus. Um eine Genehmigung nach der Richtlinie des Landes zu erhalten, müssen an mindestens drei Tagen für jeweils sieben Zeitstunden Angebote und ein warmes Mittagsessen vorgehalten werden. (Eine detaillierte Ausführung aller weiteren Voraussetzungen finden Sie in der Richtlinie Ganztag und Betreuung.

In gebundenen Ganztagsschulen ist die Teilnahme am Unterricht und ergänzenden schulischen Veranstaltungen für alle Schüler/-innen verpflichtend.

Möglich wird das Ganztagsangebot an Offenen Ganztagsschulen durch die Kooperation von Schule mit außerschulischen Kooperationspartner/-innen. Beide können sich gegenseitig entlasten und bereichern. Damit kann die Schule eine andere pädagogische Qualität erhalten: Sie kann zu einem ganztägig geöffneten Haus des Lebens und Lernens mit mehr Zeit zum Lernen und mit mehr Möglichkeiten werden, Schüler/-innen in ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen individuell zu fördern. Für beide Formen von Ganztagsschulen ist ein pädagogisches Konzept notwendig.
 
Literaturhinweise:
DKJS-Themenheft 06: Was ist eigentlich eine Ganztagsschule?
DKJS-Themenheft 08: Ganztagsschule aus der Sicht der Kinder: weniger oder mehr Lebensqualität?
Die Richtlinien zur Genehmigung von Offenen Ganztagsschulen sowie das Konzept zur Einrichtung finden Sie im Bildungsportal Schleswig-Holstein.

2. Wie kann eine gleichbleibende Qualität des Ganztagsangebotes gewährleistet werden?

Viele Ganztagsschulen erfragen kontinuierlich Rückmeldungen von Schüler/-innen, Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitende und außerschulischen Partnern/-innen, um das bestehende Angebot angemessen gestalten zu können. Sie beziehen alle Bereiche des Ganztagsangebotes in die Weiterentwicklung ihres pädagogischen Konzeptes mit ein.
 
Weil Qualitätsentwicklung und -sicherung eine dauerhafte Aufgabe im Ganztag ist, hat die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ zusammen mit dem Ministerium für Schule und Berufsbildung sowie dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung im Juni 2009 die Materialien „Impulse für Qualität“ zur kooperativen Qualitätsentwicklung an Ganztagsschulen heraus gegeben. Broschüre und CD unterstützen alle an Ganztagsschule Beteiligten darin, ihre tägliche Arbeit umfassend wahrzunehmen und wertzuschätzen, sie weiter zu entwickeln und gezielt zu verändern. Ziel ist, die gemeinsame Qualitätsentwicklung in multiprofessionellen Teams voranzutreiben. Damit dies gelingt, gibt die Arbeitshilfe Instrumente und Anregungen an die Hand und vergegenwärtigt fachliche Schlüsselthemen. Die Broschüre gibt Impulse zur Qualitätsentwicklung in Form ausführlicher Checklisten zu 12 unterschiedlichen Qualitätsbereichen. Diese dienen dazu, bedarfsorientiert den Ganztag im Team zu reflektieren, Handlungsbedarfe festzustellen, Zielvorhaben zu entwickeln und umzusetzen.
 
Neben den Materialien "Impulsen für Qualität" finden Sie in den Ergebnissen der Projektgruppen des Referenzschulnetzwerkes auch Beispiele für Evaluationsbögen
 

3. Wer kann die Organisation des Ganztagsangebotes leisten?

An den meisten Offenen Ganztagsschulen organisieren Ganztagskoordinatoren/-innen den Nachmittagsbereich. Je nach Stundenumfang und Qualifikation bzw. der Verteilung in der Ganztagsschule sind sie für

  • die Erstellung des Programms und dessen konkrete Durchführung,
  • die Kontakte zu den pädagogischen Mitarbeitern/-innen im Nachmittagsbereich und zu Kooperationspartnern/-innen bis hin zur Teamentwicklung (wer macht was im Ganztag),
  • die Gestaltung des Mittagsessens,
  • die Elternbeiträge

verantwortlich.

Die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ bietet regelmäßig Fachforen für Ganztagskoordinatoren/-innen an. Informationen hierzu erhalten Sie auf unserer Website oder über unseren monatlich erscheinenden Newsletter. Fortbildungen für Koordinatoren/-innen finden Sie hier in unserem Fortbildungsprogramm. Anregungen zum Thema erhalten Sie außerdem in den Ergebnissen des Referenzschulnetzwerkes, insbesondere in der "Arbeitshilfe und Ideensammlung", die in der Projektphase entstanden ist.
 

4. Wer kann bei der Koordinierung unterstützen?

Wesentlich für eine gelungene Koordinierung ist das Zusammenwirken aller am Ganztag beteiligten Professionen und die systematische Arbeit in themenbezogenen Teams.

5. Ist eine Freistellung für die Organisation des Offenen Ganztagsangebotes möglich?

Die Schulen erhalten für die Organisation des Offenen Ganztagsangebotes zwei Lehrerwochenstunden.