Rückblick: Fachtag für pädagogische Mitarbeiter/-innen

Am 28. September 2018 veranstaltete die Serviceagentur “Ganztägig lernen” Schleswig-Holstein einen Fachtag ausschließlich für pädagogische Mitarbeiter/-innen mit dem Fokus auf vielseitige Workshopthemen, die zur aktiven Beteiligung einluden. Rund 50 Teilnehmende folgten der Einladung. Zur Auswahl standen die Themen “Interkulturelle Kompetenzen” mit Irmgard Poggemann, “Kinder und Jugendliche in herausfordernden Situationen” mit Christin Hönemann, “Selbstfürsorge und Selbstbewusstsein” mit Kim Stange und “Spiel mal wieder! Gruppen aktivieren, entspannen, kennenlernen” mit Frauke Feitkenhauer. Nachfolgend erhalten Sie einen kurzen Einblick in die verschiedenen Workshops:

 

Kinder und Jugendliche in herausfordernden Situationen” mit Christin Hönemann 

Im Workshop „Kinder und Jugendliche in herausfordernden Situationen“ lenkte die Referentin Christin Hönemann zunächst den Blick weg vom Kind hin auf das eigene Empfinden. Die Teilnehmenden untersuchten die Frage: Wann nehme ich in meiner Arbeit an der Ganztagsschule das Verhalten von Kindern oder Jugendlichen als auffällig wahr? Anschließend reflektierten sie an Hand von Fallbeispielen systematisch das Verhalten von Kindern.

Ausgehend von der These, dass das Verhalten aus der Sicht des Kindes/Jugendlichen immer sinnvoll ist, beantworteten die Teilnehmenden folgende Fragen: a) Was kann der junge Mensch? b) Was schafft er in der Situation nicht? c) Was könnte das Bedürfnis des Kinders oder Jugendlichen in der Situation sein? 

Ziel des Workshops war es, sich zunächst den jungen Menschen im Ganztag anzunähern und sie besser zu verstehen und nicht ihr Verhalten ändern zu wollen. 

 

“Interkulturelle Kompetenzen” mit Irmgard Poggemann 

Interkulturelle Kompetenz ist ein unverzichtbarer Bestandteil des professionellen pädagogischen Handelns. Sie umfasst Wissen über die Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten, einen reflektierten Umgang mit Vorurteilen, eine adäquate Reaktion auf sprachliche Hürden sowie ein situationsabhängiges, kultursensitives Handeln. 

In diesem Workshop stand die Arbeit pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern und Jugendlichen im Kontext ihres sozialen Lebensumfeldes im Mittelpunkt. Eigene Vorurteile und Zuschreibungen, die die pädagogische Arbeit mehr oder minder bewusst begleiten, sollten erkannt und konstruktive Handlungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet werden. 

Dazu wurde u.a. der Anti-Bias-Ansatz (‚bias’ = Schieflage, Voreingenommenheit) vorgestelt. Dieser setzt an den Stärken und Gemeinsamkeiten der einzelnen Menschen an und entwickelt von dort aus Empathie, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel und eine wertschätzende Haltung gegenüber Vielfalt.  

In einer ersten Aufgabe galt es, Alltagssituationen mit stereotypen Verhaltensweisen zu identifizieren. “Niemand kann von sich sagen, dass er noch keine Vorurteile gehabt hat”, so die Referentin. “Zuordnungen sind Orientierungshilfen. Es ist richtig, sie zu haben. Reflexion setzt hier an”.  

In einer zweiten Aufgabe ging es um die eigenen Erfahrungen im Berufsalltag. Probleme wurden identifiziert und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. 

 

“Selbstfürsorge und Selbstbewusstsein” mit Kim Stange

Wie gehe ich gut mit meinen Bedürfnissen, Gefühlen und Ressourcen um? Wie kann ich trotzdem ich selbst bleiben? Wie erkenne ich meine Grenzen?  Was macht eigentlich der ganze Stress mit mir? Dies waren die Impulse zur guten Selbstfürsorge, gesetzt durch die Referentin Kim Stange.

Eine Gruppe von 16 Teilnehmenden beschäftigte sich in diesem Workshop mit dem fachlichen Können, dem Selbstbild und der beruflichen Wertigkeit eines Menschen, der als pädagogische Mitarbeiterin/pädagogischer Mitarbeiter im Nachmittagsangebot einer Offenen Ganztagsschule tätig ist.

Anhand von Beispielen aus dem Kreise der Teilnehmenden wurden „neue“ Perspektiven auf das berufliche Handeln eröffnet.

 

“Spiel mal wieder! Gruppen aktivieren, entspannen, kennenlernen” mit Frauke Feitkenhauer 

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen steht man immer vor der Frage, mit welchen Methoden sich die jeweiligen Ziele in der Praxis umsetzen lassen. Manchmal ist die Gruppe jedoch dafür zu unruhig oder unkonzentriert und kann dem Geschehen nicht gut folgen – an anderen Tagen ist sie vielleicht schlapp oder unmotiviert und braucht mehr Energie. Und manchmal geht es in der pädagogischen Arbeit darum, kurze Zeitfenster bis zum Ender der Stunde gut zu überbrücken oder einfach mit der Gruppe zu spielen. 

Begrüßungsrituale, Energizer, Warm ups, kleine Spieleinheiten, usw. können eine große Hilfe sein, egal mit welchem Kursangebot man im Offenen Ganztag unterwegs ist. Dies zeigte die Referentin Frauke Feitkenhauer eindrucksvoll anhand konkreter Praxisbeispiele, die alle Teilnehmer/-innen im Workshop direkt mit anwenden konnten. Diese Impulse machen nicht nur Spaß, sondern fördern zugleich die Zusammenarbeit und Solidarität der Gruppen und lassen sich i.d.R. ohne großen Aufwand in das eigene Kursangebot einbauen. 

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